"Die Seele richtet sich nach anderen Gesetzen als dem Zeitgeist." (Bert Hellinger)


Bei der Aufstellungsarbeit handelt es sich um eine äußerst kraftvolle Methode der Selbsterfahrung, die vor allem durch den deutschen Psychotherapeuten Bert Hellinger auch international populär geworden ist.

Später entwickelten sich daraus weitere Aufstellungsformen, wovon insbesondere die Organisationsaufstellung im beruflichen- und Unternehmenskontext Bedeutung hat (vgl. auch Coaching). Andere Aufstellungsformen sind z.B. Haus- und Grundstücksaufstellungen (s.u.), Aufstellung von Krankheitssymptomen (s.u.) auch incl. ev. Heilmittel, Zielaufstellungen, Produktaufstellungen, ethnischen Konflikten, Länder-Konflikten etc.

Mit Hilfe der Familienaufstellung ist es möglich, Beziehungsdynamiken in Familiensystemen genauer zu erfassen. Wir können sehen, mit welchen Menschen aus der Gegenwarts- und Herkunftsfamilie (meist bis zur Urgroßelternebene zurück) wir verbunden sind, die uns Kraft geben oder aber uns schwächen. Eine Schwächung kann dadurch entstehen, dass wir i.d. Regel unbewusst dem Schicksal oder Leid eines Vorfahren loyal sind, diesen am liebsten retten oder heilen würden. Auch scheint es so zu sein, dass schicksalhaft verstorbene Familienmitglieder Dinge in uns projizieren, und sozusagen nicht loslassen wollen.
Sind Kinder körperlich oder psychisch erkrankt, können die Eltern diese Form der Arbeit nutzen, um Klarheit und Lösung für das Leid ihrer Kinder zu finden.

Traditionelle Aufstellungsarbeit wird in Gruppen durchgeführt. Es treffen sich in der Regel 8 bis 20 Erwachsene, die jeder für sich ein bestimmtes Anliegen bearbeiten möchten.
In Abhängigkeit vom jeweiligen Anliegen und Ziel des Patienten, bittet der Therapeut den Patienten nun, aus der Gruppe der Anwesenden Stellvertreter auszuwählen (z.B. für den Vater, die Mutter und den Patienten selbst) und diese intuitiv im Raum in Beziehung zueinander hinzustellen. Die hohe Wirksamkeit dieser Methode hat mit dem Phänomen zu tun, dass die ausgewählten Stellvertreter nach kurzer Zeit beginnen, so zu fühlen wie die realen Menschen, für die sie da stehen, obwohl sie diese nicht kennen! Es findet also eine Energieübertragung statt, die man am ehesten mit telepathischen Phänomenen vergleichen kann. Der britische Wissenschaftler Rupert SHELDRAKE hat hierfür den Begriff "Morphogenetisches Feld" geprägt, also eine Art feinstofflich-energetisches Feld.
Im Laufe der Aufstellung werden meist weitere Stellvertreter hinzu gestellt (z.B. für einen früh verstorbenen Großvater...), um die Auswirkung auf das Befinden des Stellvertreters des Patienten zu überprüfen.

Ziel des Ganzen ist es, zunächst unbewusste Schicksalsverbindungen zu Menschen unserer Herkunftsfamilie, in die der Patient verstrickt war, bewusst zu machen und sie anschließend aufzulösen.

Beispiel 1: Wenn ein Kind an einer ADHS-Symptomatik leidet, kann es über die Mutter verbunden sein mit dem Schicksal eines Onkels (Bruder der Mutter), der als Kind früh starb.

Beispiel 2: Wenn es einem Mann nicht gelingt, beruflich erfolgreich zu werden, so kann das zusammenhängen mit der Schuld seines Großvaters, der im Krieg die Existenz eines jüdischen Dorfbewohners durch Diffamierung zerstörte. In einem solchen Falle würde der männliche Patient stellvertretend sühnen.

Beispiel 3: Wenn bei einer Frau nach 2 Jahren immer wieder Liebesbeziehungen scheitern, so kann dies im Zusammenhang stehen mit dem Leid der ersten Liebe des Vaters (oder Opas), der dieser früheren Frau die Ehe versprach und sie dann aber nach 2 Jahren kommentarlos sitzen lies.

Ist die problemstabilisierende Dynamik in der Aufstellung sichtbar geworden, kann der Patient anschließend angeleitet werden, bestimmte Handlungen (z.B. eine tiefe Verneigung vor einer verstorbenen Person) oder Rituale (z.B. die symbolische Rückgabe einer übernommenen Last) durchzuführen, um selbst wieder in einen energetischen Lösungszustand zu kommen.

Inzwischen wird die Aufstellungsarbeit auch erfolgreich im Rahmen von Einzeltherapien, in beruflichen Zusammenhängen und auch mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Es ist mit Hilfe dieser Methode auch möglich, den verborgenen Sinn von Krankheitssymptomen deutlich werden zu lassen und auf der seelischen Ebene Heilungsprozesse einzuleiten. Dazu wird das jeweilige Symptom selbst durch einen Stellvertreter repräsentiert und meist in Beziehung gesetzt zu anderen Personen, die als auslösend vermutet werden. Auch ist es möglich die Wirkung bestimmter Heilmittel oder Medikamente auf die Symptomatik zu überprüfen.

Sehr effektiv und ggf. kostensparend ist auch das Aufstellen von Häusern, Gebäuden oder Grundstücken. Dies kann vor Kaufentscheidungen geschehen oder wenn eine Störung im Haus (Schlafmangel, Unruhe, erhöhte Krankheistsrate) oder auf dem Grundstück (z.B. durch Wasserader, frühere Nutzung) vermutet wird. Es ist jedes Mal verblüffend zu sehen, wie präzise sich menschliche Stellvertreter auch in das "Seelenleben" von Gebäuden, Gegenständen und Grundstücken einfühlen können und eine Ahnung davon vermitteln, dass nicht nur Menschen und Tiere beseelt sind.

Wenn Sie diese Methode näher kennen lernen möchten, empfehle ich Ihnen die Teilnahme an einem Abendkurs, der ca. einmal im Monat von 17.30 bis 21.30 Uhr in meiner Praxis stattfindet. (siehe Termine / Aktuelles)



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